Wir erwischten tatsächlich einen Jahrhundert-Sommer in Deutschland! Sogar im Allgäu 😉! Es war herrlich warm (viele sprachen von „viel zu heiß“) und wir genossen die Zeit.
Leider stürzte ich im Garten der Schwiegermutter und zog mir ein „Fersenbein-Trauma“ zu, was nach Aussagen des Orthopäden schon fast einem Bruch gleichkam. Es war mir nur erlaubt, zwei Wochen ausschließlich mit Krücken zu gehen, den Fuß zu schonen und sechs Wochen eine Bandage zu tragen ☹, woraufhin Chrisi sich Joggingschuhe kaufte. In seiner Verzweiflung kam er sogar bis zum Flughafen Memmingen.
Der Flughafen Memmingen ist mit etwa 3,5 Millionen Flugpassagieren (Stand Dezember 2025) zwar der kleinste von drei Verkehrsflughäfen in Bayern, jedoch Deutschlands größter Regionalflughafen sowie der höchstgelegene Verkehrsflughafen Deutschlands. Er entstand aus dem ehemaligen Fliegerhorst Memmingerberg, der im Zuge der Aufrüstung der Wehrmacht 1936 fertiggestellt wurde. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurden große Teile der Anlage durch Bombenangriffe zerstört. Ab 1956 wurde der Fliegerhorst von der deutschen Luftwaffe genutzt. Die Stilllegung des Fliegerhorstes erfolgte Mitte 2004.
Bereits Mitte 2007 wurden die ersten Linienflüge aufgenommen; er wird von zwei Billigfluggesellschaften angeflogen.
Die Arzt- und Freunde- Besuche in Stuttgart musste ich auch mit den Krücken machen. Weil das für mich sehr mühselig war, waren wir leider nur sehr kurz in Stuttgart ☹.










Ein schönes Bild erreichte uns aus Uruguay von Muddy neben „Simba“ von Brigitte und Günter (aus Hamburg). Sie lagerten auch bei Susanne und Ruedi ein und machten sich ebenfalls auf in den deutschen Sommer.
Am Fischertags-Vorabend spazierten wir durch Memmingen. Der Fischertag ist ein traditionelles Fest der Stadt. Dabei wird der Stadtbach ausgefischt, um abgelassen und gereinigt zu werden, und gleichzeitig wird unter knapp 1.200 Fischern ein Fischerkönig ermittelt. Jährlich kommen zu dem Fest 30.000 bis 40.000 Menschen als Mitwirkende oder Zuschauer.
Der Fischertag hat seinen Ursprung im Mittelalter. Seit 1465 fischen die Memminger jährlich den Stadtbach leer. Früher diente die Memminger Ach als Be- und Entwässerungssystem für die Memminger Handwerker. Insbesondere die Gerber benötigten das Wasser für die Bearbeitung der Felle. Der Bach wurde gleichzeitig zur Entsorgung der Gerberabfälle, der Fäkalien und der Reste aus den Schlachthäusern genutzt. Einmal im Jahr wurde er abgelassen, um den Unrat aus dem Bachbett zu räumen. Zwischen den Zünften wechselnd, durften seit dem 16. Jahrhundert jedes Jahr die Gesellen den Bach leer fischen. Da dies traditionell in aller Herrgottsfrüh stattfindet, musste Chrisis Freund Andi R. (der Bruder von Tini aus Cordoba, Argentinien) leider auf uns verzichten 😉!
Aufgrund der extremen Temperaturen gab es leider auch einige Unwetter mit Starkregen und Hagel. Aber im Gegensatz zu sonstigen Jahren wurde es danach immer wieder wunderschön und wir fanden viel Zeit zum Grillen.


kurz vor dem Fischertag




Damit wir während unseres Aufenthalts flexibler waren, kauften wir uns ein Motorrad, eine Kawasaki ZR 750 S, eine echte „Rennsemmel“! Sie war sehr schön und wir nannten sie liebevoll „Rapida“, weil sie mega schnell war. Das Problem war, dass ich noch NIE so unbequem und mit den Knien am Kinn auf einem Motorrad sass und der Sitz (sportlich schräg!) anatomisch so blöd war, dass ich ständig auf Chrisi drauf rutschte. Abgesehen davon, dass Chrisi jedes Mal dem Geschwindigkeitsrausch verfiel, wenn er sie anmachte und ich mich noch mehr festkrallen musste. Außerdem gab es keine Koffer für Rapida, die Reparatur des „Umfallers“ des Vorbesitzers hätte uns unendlich Zeit, Mühe und Geld gekostet, was wir beim Kauf zwar wussten, aber ansonsten war sie sehr gepflegt und Claudia und Gerhard waren super nett. Aber es stellte sich auch noch heraus, dass Rapida einen neuen Kettensatz benötigt hätte. Nein, sie war einfach nicht unser Style und machte für uns keinen Sinn!
Beim Motorradhändler Altstetter in Friesenried (der Ort heißt wirklich so 😊) wurden wir fündig und sogar glücklich 😊! Herr Altstetter nahm Rapida in Zahlung, wir legten noch ein bisschen drauf und kauften eine BMW R 1100 R, inklusive Original-BMW-Koffer und neuem Kundendienst. Aufgrund der breiten Brust mit dem Boxer-Motor nannten wir ihn „El Pecho“ (el Petscho – die Brust 😉). El Pecho ist Baujahr 1999 und schon fast ein Oldtimer. Es macht unglaublich viel Spaß eine Tour mit ihm zu fahren. Lustigerweise sind beide Maschinen blau!
Dennoch bewegten wir uns endlich auch wieder bei langen Wanderungen! Mein Fuß brauchte viel sportliche Betätigung um für künftige Anden-Wanderungen in Südamerika fit zu sein!

und Rapida












/ El Pecho da:-)


Mein Geburtstag nahte 😊und wir entschlossen uns ganz spontan mit El Pecho in die Berge zu fahren. Aufgrund der Sommerferien war es extrem schwierig eine Unterkunft zu finden. Aber wir fanden im Landhotel Röfleuten im gleichnamigen Ort über Pfronten eine schöne Bleibe.
Am Geburtstag fuhren wir mit einer kleinen Gondelseilbahn ein Stückchen den Breitenberg hoch (der Breitenberg ist ein 1.838 m hoher Berg in den Tannheimer Bergen der Allgäuer Alpen). Die 2.005 Meter lange 4-er Gondelbahn überwindet einen Höhenunterschied von 656 Metern und wurde 1993 erbaut. Die Talstation befindet sich auf einer Höhe von 845 Metern; die Bergstation liegt auf etwa 1501 m.
Danach ging es den Rest des Weges steil bergauf (das war für mich echt anstrengend nach der unfreiwilligen Fuß-Pause). Wir wanderten bis zur Ostler-Hütte, wo wir nur ganz zufällig noch ein kleines Plätzchen für ein Radler und ein Spezi fanden. Es war SO voll, obwohl die Preise echt gesalzen waren! Der Blick allerdings war grandios!



Schloss Neuschwanstein













Am nächsten Tag machten wir eine Schifffahrt auf dem Forggensee und natürlich die große Runde. Sie war ebenso wie die Gondelfahrt komplett gratis! Als speziellen Service bietet das Landhotel Röfleuten (und sicher zahllose andere Hotels auch) die „Königs Card“ an. Über alle kostenlosen Erlebnisse (wie zahlreiche Thermen, Golf-Schnupperkurse oder Bogenschießen, Mini-Golf, Klettergärten und Gleitschirmfliegen etc.) bekamen wir ein dickes Heft. Eine super Idee des Fremdenverkehrsamts! Bestimmt dient sie auch dazu, die Touristenströme von Füssen und vor allem den berühmten Königsschlössern (ganz vorne mit dabei natürlich Neuschwanstein) umzuleiten auf andere Attraktionen. Wir fanden es toll!
Bis zur Abfahrt des Schiffes spazierten wir zum Festspielhaus am Forggensee wo momentan „König Ludwig“ aufgeführt wird. Leider konnten wir sonst keine Bilder machen, da alles weiträumig für ein Konzert abgesperrt war.
Nach der entspannenden Schifffahrt wanderten wir noch nach Füssen (am Lech entlang) und wunderten uns über die Menschen, die bereits auf dem Schiff gegessen hatten und nun schon wieder vor vollen Tellern saßen 😉.









Am nächsten Tag ging es leider schon wieder zurück. Wir verabschiedeten uns von den Besitzern des Landhotels, Doreen und Michael von Thennet, mit denen wir interessante Gespräche hatten. Wir haben uns sehr wohl gefühlt!
Auf der Rückfahrt machten wir noch einen Stopp in Roßhaupten am Forggensee. Das dortige Kraftwerk wurde 1954 in Betrieb genommen.




wieder raus!
Altusried ist hauptsächlich für den dort ansässigen Theaterverein berühmt, der auch überregional bekannt ist. Auf der Freilichtbühne werden jährlich größere Stücke, wie beispielsweise eigene Interpretationen der Artus-Sage oder der drei Musketiere aufgeführt. Und natürlich kennt jeder Leser (und Leserin!) der „Kommissar Kluftinger“ Romane diesen Ort 😊. Dort fuhren wir an Chrisi`s Geburtstag hin. LEIDER gibt der Ort an sich nicht viel her und auch die Freilichtbühne versteckte sich hinter großen Toren. Aber die Illertal-Hängebrücke, die auch als „Bürgerbrücke“ bezeichnet wird, weil sie 2007 in rund 1.200 ehrenamtlichen Arbeitsstunden von lokalen Bürgern erbaut wurde, um eine historische Lücke nach dem Ende eines alten Fährbetriebs zu schließen, war sehr hübsch. Und sie führte uns zum Sachsenrieder Weiher.







Auch an der Iller wanderten wir stundenlang beide Uferseiten ab und freuten uns abends auf „schmackhaftes Grillgut“ 😊!
Ein weiterer Ausflug führte uns nach Kronburg, wo beim Maibock-Anstich der örtlichen Brauerei auch schon etliche Memminger unter den Tischen lagen 😉. Wir besuchten aber das Schloss Kronburg. Es hat eine lange, wechselvolle Geschichte. Die Burg wurde ursprünglich durch ein Staufisches Dienstmannengeschlecht in den Jahren nach 1200 erbaut. Namentlich wurde erstmals am 6. Mai 1227 ein Rudolf von Cronburg in einer Urkunde König Heinrichs VII. genannt. Es ist davon auszugehen, dass um die Zeit Rudolf von Cronburgs die Kronburg entstanden ist. Sie ist heute noch bewohnt und man kann dort Räume für Events mieten. Sicher ein wunderschöner Rahmen auch für Hochzeiten!
Chrisi und Andi M. machten einen Wochenend-Ausflug nach München zur „Karibischen Nacht“, die aber temperaturmäßig eher eine „Schwarzwälder Nacht“ war 😉! Kaum war das Wochenende vorbei, schien auch wieder die Sonne.
Wir machten weitere Ausflüge zum Kellmünzer Weiher und zur Iller.










dem Dach….





Ein Motorradausflug brachte uns zum Rottachspeicher, ein 4,8 Kilometer langer Stausee der Rottach, ca. 15 Kilometer südlich von Kempten. Er ist der größte Badesee im Oberallgäu und die Wassertemperatur kann im Sommer bis zu 23 °C erreichen (was mir persönlich echt zu kalt ist!). Leider war auch in ihm aufgrund des tollen Wetters zu wenig Wasser. Dafür begeisterten uns die geschnitzten WC-Schilder 😊.
Auch Bad Grönenbach im Unterallgäu ist immer einen Ausflug wert! Der Ort ist als Kneippkurort staatlich anerkannt. Die Herrschaft über den 1099 erstmals urkundlich erwähnten Ort wechselte im Laufe der Jahrhunderte mehrmals. Ein lokaler Ortsadel bestand bis Anfang des 13. Jahrhunderts, danach ging die Herrschaft über verschiedene Adelsgeschlechter, bis Bad Grönenbach 1803 Bayern zugeschlagen wurde.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde der älteste Teil des Schlosses Grönenbach um 1280 von Heinrich Ludwig von Rothenstein an Stelle einer früheren Fliehburg errichtet. Letztere diente bis 1260 den Herren von Grönenbach als Sitz.
Auch für Pfarrer Kneipp wurde ein Denkmal errichtet. Sebastian Anton Kneipp (1821 bis 1897) war ein deutscher römisch-katholischer Priester aus Bayerisch-Schwaben und der Namensgeber der Kneipp-Medizin und der Wasserkur mit Wassertreten, die schon früher angewandt, aber durch ihn erst populär wurde. Rund um Memmingen hat es viele Kneipp-Anlagen.









Marktplatz mit Maibaum
Aber wir waren auch fleißig und halfen unter anderem beim Stapeln des Holzes für den Allgäuer Winter und anderer Aufgaben mehr. Vor allem Chrisi mit seinem handwerklichen Talent konnte viel reparieren, Balkon streichen und Sträucher schneiden, etc..
Wolfegg ist eine Gemeinde und ein Kurort im oberschwäbischen Landkreis Ravensburg im Süden Baden-Württembergs. Um 600 vor Christus existierte eine frühkeltische Grablege in Wolfegg, was durch Grabfunde belegt ist. Zwischen 260 und 300 nach Christus erfolgte eine Besiedlung des Gebiets durch die Alemannen. Im Dreißigjährigen Krieg brannten die Schweden Wolfegg nieder. Die Pfarrkirche St. Katharina ist eine der prächtigsten Barockkirchen Oberschwabens. Sie wurde 1733 bis 1736 von Johann Georg Fischer erbaut.
In Babenhausen dachten wir, wir wären wieder in La Recoleta in Buenos Aires gelandet. Dort gab es einen sehr prächtigen Friedhof mit einem Mausoleum von Fürst Fugger. Außerdem gab es eine Klosteranlage und die Kirche St. Andreas, natürlich goldglänzender Barockstil (wie oft erwähnt: nicht unser Geschmack).






von Fürst Fugger







Ein weiterer Motorradausflug brachte uns nach Lindau. Letztes Jahr an Chrisi`s Geburtstag schüttete es dort aus Kübeln! Deshalb wollten wir dieses Jahr mal sehen, wie Lindau mit Sonne aussieht (viel besser 😊!).








Nachdem der Sommer einfach nicht aufhören wollte (und das in Deutschland und sogar im Allgäu!!!) verschoben wir unseren Abflug auf den 25.09., zumal wir Bilder von Susanne aus Uruguay erhielten, wo Ruedi und sie in warmen, dicken Daunenjacken mit Che am Strand entlangliefen, der Himmel grau und die Wiesen gefroren waren ☹. Es war noch immer Winter in Südamerika! (Was wir zu dem Zeitpunkt leider nicht wussten, weil wir nicht nachschauten war, dass am 25.09. Oktoberfest in München war und zu allem Überfluss auch noch das italienische Wochenende! Und trotz „Flex-Tarif“ war ein Flug von München nach Frankfurt zum Umbuchen viel zu teuer, so dass wir uns für die Zugfahrt von München nach Frankfurt entschieden hatten. Außerdem gab es zwischen Memmingen und München auf der Zugstrecke zahllose Baustellen und Zugausfälle! Sogar die Mitarbeiterin in der Außenstelle am Memminger Bahnhof fragte uns, ob wir uns das wirklich antun wollten, ob wir sicher wären, da wir vielleicht mit dem Zug niemals in München landen würden. Aber auch die zahlreichen Versuche des Umbuchens auf eine Zugfahrt von Ulm aus, waren mit der fast nichtvorhandenen und/ oder sehr zeitraubenden Lufthansa-Hotline nicht möglich).
Auf einer Pobacke fuhren wir mit El Pecho zu unserem Elektro-Coach nach Utting an den Ammersee (und zurück) und holten dort das Display für die Anzeige der Wasserstände 😊 (aus einem alten Messekoffer von Chris F., denn das Display wird so nicht mehr hergestellt) und ein neues Mastervolt Panel (vorsorglich) zur Überprüfung der Batteriestände, des Verbrauchs und der Ladung ab.
Eine der letzten Wanderungen führte uns von Illerbeuren nach Maria Steinbach.
Maria Steinbach entwickelte sich – neben Altötting, Ettal, Maria Einsiedeln und der Wieskirche – zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte im deutschsprachigen Süden. Die Pilger kamen aus einem Gebiet zwischen Rhein und Lech, Schwäbischer Alb und Bodensee; selbst aus Tirol und Graubünden.
Urkundlich erfasst ist eine erste Steinbacher Kirche im Jahr 1181, von der natürlich nichts mehr übrig ist. Die Wallfahrt entstand dann erst viel später durch ein angeblich wundertätiges Gnadenbild der schmerzhaften Muttergottes und löste bald einen großen Zustrom von Gläubigen aus.
Auf dem Rückweg „stolperten“ wir noch über einen Pilz auf dem Weg, wo ich ganz sicher war, dass er giftig ist. Aber, es handelte sich um einen essbaren Schopf-Tintling (auch Spargelpilz, Porzellantintling oder Tintenpilz). Er gehört zur Familie der Champignons und wurde 2024 zum Pilz des Jahres ernannt (unfassbar!). Danach besuchten wir noch Marion und Andi R. zur Verabschiedung und auf einen leckeren Zwetschgenkuchen.
Wir schauten noch ein wirklich interessantes Eishockey-Spiel unserer Nachbarin Lena, die beim ECDC Memmingen spielt, an und machten unsere allerletzte 😊 Wanderung zwischen Wolfertschwenden und Ehwiesmühle.
Wir genossen den Spätsommer, der bereits den nahenden Herbst erahnen ließ. Die Mais-Felder wurden abgeerntet und die Schatten wurden länger. Der Tag der Abreise rückte näher!

und Illerbeuren












Wie es uns bei der abenteuerlichen Rückkehr zu Muddy erging und die Reise dann weiter geht, folgt in unserem Oktober-Bericht.
Bis dahin Euch alles Gute von den

