Colonia del Sacramento, Uruguay ĂŒber Buenos Aires, Argentinien nach Deutschland
Lustigerweise wurde im ZollgebÀude der FÀhrbetriebe bei der Einreise ein Foto und ein Fingerabdruck des Daumens gemacht, obwohl an den ganzen anderen Grenzen auf dem Landweg nicht mal der Pass richtig angeschaut wurde.
Adios Uruguay!
Bienvenido Argentina!
Es gibt zwei Unternehmen, die mit FĂ€hren ĂŒber den Rio de la Plata fahren, Colonia Express und Buquebus. Da Colonia Express gĂŒnstiger war, fuhren wir natĂŒrlich mit dem Unternehmen. Die FĂ€hre fuhr pĂŒnktlich (!) ab und brachte uns in 1 Stunde und 15 Minuten nach Buenos Aires.


nach Buenos Aires






Am SĂŒdufer des Rio de la Plata, auf dem Gebiet des heutigen Stadtteils San Telmo, grĂŒndete der Konquistador Pedro de Mendoza am 2. Februar 1536 die Siedlung Puerto de Nuestra Señora Santa MarĂa del Buen Ayre (âHafen unserer lieben Frau [der Heiligen] Maria der guten Luftâ). Den Namen soll Mendozas Kaplan ausgewĂ€hlt haben, der die Virgen de Bonaria (âJungfrau der guten Luftâ) von Cagliari auf Sardinien verehrte. Nach anderer Ăberlieferung wurde der Name wegen der gĂŒnstigen Winde im RĂo de la Plata gewĂ€hlt. Eine plausiblere ErklĂ€rung fĂŒr den Bezug auf âgute LĂŒfteâ ist, dass die Hafenstadt zur Zeit ihrer GrĂŒndung an der mittlerweile entdeckten Route um Kap Hoorn lag und fĂŒr alle von Norden kommenden Schiffe, einer der ersten malariafreien Orte im Osten SĂŒdamerikas war. Auch der Name der Virgen de Bonaria geht auf einen solch sicheren Ort auf dem ansonsten von malariaverseuchten SĂŒmpfen durchzogenen Sardinien zurĂŒck.
Mendoza befehligte etwa 1.600 Mann, die auf 16 Schiffen anlandeten. Da sie erst im SpĂ€tsommer ankamen, war es zu spĂ€t, um Getreide anzupflanzen. Mitglieder des lokalen QuerandĂ-Volks waren JĂ€ger und Sammler und wurden von den Spaniern gezwungen, Essen fĂŒr Mendozas Truppen zu beschaffen. Sie reagierten darauf mit wiederholten Angriffen, so dass Mendozas Siedler den Ort 1541 aufgeben mussten.
Die zweite, diesmal erfolgreiche StadtgrĂŒndung erfolgte 1580 durch Juan de Garay.
Buenos Aires ist die Hauptstadt und das politische, kulturelle, kommerzielle und industrielle Zentrum, Argentiniens.
Die offiziell nur 202 Quadratkilometer groĂe Stadt hat eine Einwohnerzahl von gut 3 Millionen und bildet den Kern einer der gröĂten Metropolregionen SĂŒdamerikas, die je nach ZĂ€hlweise als Gran Buenos Aires rund 14 Millionen Einwohner oder als Metropolregion mehr als 16 Millionen Einwohner zĂ€hlt (Stand jeweils 2022). Sie erstreckt sich heute rund 68 Kilometer von Nordwest nach SĂŒdost und etwa 33 Kilometer von der KĂŒste nach SĂŒdwesten aus. Sie wird oft als âWasserkopfâ Argentiniens bezeichnet, da sich hier fast alle wichtigen Institutionen des Landes befinden und in der Stadt und vor allem in der Umgebung etwa ein Drittel aller Argentinier wohnt.
Unser Hotel âDolmenâ befand sich mitten in der Stadt, im âMicrocentroâ (NĂ€he Barrio Retiro). Wir merkten schon bald: Buenos Aires ist eine laute, quirlige Stadt mit vielen schönen Parks und alten BĂ€umen.












Oft als âParis SĂŒdamerikasâ bezeichnet, ist die Kultur der Hauptstadt sehr europĂ€isch geprĂ€gt.
In einer Rangliste der StĂ€dte nach ihrer LebensqualitĂ€t belegte Buenos Aires im Jahre 2018 den 91. Platz unter 231 untersuchten StĂ€dten weltweit. Im Vergleich mit anderen sĂŒdamerikanischen HauptstĂ€dten lag es hinter Montevideo (Platz 77) aber vor Santiago de Chile (Platz 92), BrasĂlia (Platz 108), AsunciĂłn (Platz 115), Lima (Platz 124) und BogotĂĄ (Platz 128).
Unsere erste Tour fĂŒhrte uns zu den GalerĂas PacĂfico, einem berĂŒhmten, historischen Einkaufszentrum. Es liegt an der Ecke Calle Florida und Avenida CĂłrdoba und ist besonders fĂŒr seine prachtvolle Beaux-Arts-Architektur, das luxuriöse Interieur sowie die spektakulĂ€ren Deckenfresken bekannt. Das GebĂ€ude wurde 1889 von den Architekten Emilio Agrelo und Roland Le Vacher erbaut. Es sollte ursprĂŒnglich als argentinisches Pendant zum Pariser Kaufhaus Le Bon MarchĂ© dienen.






Die Avenida 9 de Julio in Buenos Aires ist die breiteste StraĂe der Welt (ca. 140 Meter) und die pulsierende Hauptverkehrsader der argentinischen Hauptstadt. Benannt nach dem UnabhĂ€ngigkeitstag Argentiniens (9. Juli 1816), erstreckt sie sich durch das Herz der Stadt und verbindet die Viertel Retiro und ConstituciĂłn. Die Allee verfĂŒgt ĂŒber bis zu 16 Fahrspuren und ist von GrĂŒnstreifen, BĂ€umen und prunkvollen historischen sowie modernen GebĂ€uden gesĂ€umt.
Der Obelisk (El Obelisco), das 67,5 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt steht mitten auf der PrachtstraĂe, an der Kreuzung mit der Avenida Corrientes.
Der aus Stahlbeton gefertigte und mit weiĂen Natursteinplatten verkleidete Obelisk wurde von deutschen Firmen (!) in den Monaten MĂ€rz bis Mai 1936 anlĂ€sslich des 400-jĂ€hrigen StadtgrĂŒndungsjubilĂ€ums errichtet. Er befindet sich auf der Plaza de la RepĂșblica und wurde vom deutschstĂ€mmigen Architekten Alberto Prebisch nach dem Vorbild des Washington Monument geplant.
Weiter ging unsere Wanderung zur Avenida Corrientes, eine der StraĂen, die eng verbunden mit der Geschichte des Tango Argentino ist. Sie wird auch als âStraĂe, die niemals schlĂ€ftâ bezeichnet.
Es wird behauptet, dass Buenos Aires ĂŒber mehr TheatersĂ€le verfĂŒgt (187), als jede andere Stadt in der Welt. Zum Vergleich: New York hat ca. 135 SĂ€le, Paris etwa 150. Viele der Theater befinden sich an der Avenida Corrientes, die deshalb gerne auch als Broadway von Buenos Aires bezeichnet wird.
Auch die Zahl der TheaterstĂŒcke ist beeindruckend. AuĂer im Hochsommer hat man zu jeder Zeit die Auswahl zwischen etwa 400 verschiedenen groĂen und kleinen TheaterauffĂŒhrungen.
Buenos Aires ist die Welthauptstadt des Tangos. Sowohl Uruguay als auch Argentinien nehmen fĂŒr sich in Anspruch, Geburtsort des Tangos zu sein. In Buenos Aires entwickelte er sich in den Vororten der Stadt, vor allem in den Bordellen von Junin y Lavalle und in den Ă€rmeren Vororten, den Arrabales. Die Kreuzung JunĂn y Lavalle in Buenos Aires ist ein historischer Meilenstein der argentinischen Kultur. Im spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert galt sie als berĂŒhmt-berĂŒchtigtes Rotlichtviertel und gilt heute als eine der legendĂ€ren Wiegen des Tango Argentino. In den Bordellen und Bars rund um diese StraĂen im Stadtteil Balvanera entwickelte sich der Tango als Tanz der Arbeiter, Einwanderer und gesellschaftlichen AuĂenseiter.
Es gibt zahllose Tangoshows fĂŒr den mittleren und groĂen Geldbeutel, aber auch Tango-Paare, die in Restaurants oder auf der StraĂe tanzen. Diese haben mein Mitleid, denn kaum jemand nimmt sie wahr. In den Restaurants schauen die GĂ€ste aufs Handy und auf der StraĂe eilen die meisten Passanten vorbei.







Wir wanderten weiter zum bekanntesten Theater der Stadt, zum Teatro ColĂłn, eines der berĂŒhmtesten OpernhĂ€user der Welt, das nach umfangreichen Renovierungen im Jahr 2010 wiedereröffnet wurde. Leider konnten wir es nur von auĂen betrachten.








Die Plaza de Mayo (âMai-Platzâ, benannt nach der Mai-Revolution) stellt das Herz von Buenos Aires dar. Dieser Ort ist das ehemalige GrĂŒndungsgebiet der Stadt und dient wie fast alle sĂŒdamerikanischen Plazas reprĂ€sentativen Zwecken. Er liegt nahe dem alten Hafen im Stadtteil Monserrat.
Das einzige, teilweise erhaltene, Haus aus der Kolonialzeit ist der an der Westseite der Plaza gelegene Cabildo (der ehemalige Regierungssitz). Das heute zu sehende GebĂ€ude wurde 1725 errichtet und teilweise wieder abgerissen, um Platz fĂŒr den Bau zweier Avenidas zu schaffen. GegenĂŒber dem kolonialzeitlichen Rathaus steht der 1884 errichtete PrĂ€sidentenpalast Casa Rosada (âRosa Hausâ). Er verdankt seinen Namen der rosafarbenen Fassade und wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut. Diesem Umstand hat er auch seine asymmetrische Form zu verdanken. Errichtet wurde der PrĂ€sidentenpalast genau an der Stelle, an der 1580 das erste Fort aus der Zeit der zweiten StadtgrĂŒndung stand.
Die Casa Rosada ist der offizielle Amtssitz des argentinischen PrĂ€sidenten. Sie ist untrennbar mit der ehemaligen First Lady Eva âEvitaâ PerĂłn verbunden, die von dem berĂŒhmten Balkon des GebĂ€udes zu hunderttausenden AnhĂ€ngern sprach. Von dem charakteristischen rosafarbenen Balkon der Casa Rosada hielt Evita PerĂłn in den spĂ€ten 1940er und frĂŒhen 1950er Jahren ihre leidenschaftlichen, populistischen Reden. Sie sprach direkt zu den Ă€rmeren Schichten, die sie liebevoll die „descamisados“ (die Hemdlosen) nannte. Diese Auftritte machten die Casa Rosada zum emotionalen Epizentrum des Peronismus. Es war der Ort, an dem sich Evita als FĂŒrsprecherin der Arbeiter und Frauenrechte prĂ€sentierte.














Auf dem Weg nach San Telmo am nĂ€chsten Tag trafen wir mitten in der FuĂgĂ€ngerzone, in der Calle Florida, Sabine und Martin wieder. Wir hatten uns (ja, die eifrigen Leser und Leserinnen nicken) im Monte Leon Nationalpark in Argentinien (AtlantikkĂŒste) kennengelernt, verbrachten an einer Tankstelle in RĂo Gallegos, Argentinien eine Nacht, trafen uns an der Laguna Azul, sahen ihr Auto wieder in Ushuaia und trafen sie zuletzt in Puerto Almanza am Beagle Kanal. Wir freuten uns riesig uns zu sehen! Auch sie waren auf dem Weg zum Einlagern in Uruguay und dem Heimflug nach Deutschland. Wir verabschiedeten uns nach einem langen GesprĂ€ch herzlich und waren uns ganz sicher, uns irgendwann, irgendwo wieder zu sehen.
San Telmo ist eines der Ă€ltesten historischen Viertel von Buenos Aires und bekannt fĂŒr sein Bohemian-Flair, die kopfsteingepflasterten StraĂen, die gut erhaltene Kolonialarchitektur und seine lebendige Tangokultur. Die Plaza Dorrego ist das pulsierende Herz des Viertels. Hier treffen sich StraĂenkĂŒnstler, und am Nachmittag wird auf dem Platz oft unter freiem Himmel Tango getanzt. Der Sonntagsmarkt (Feria de San Telmo) verwandelt die gesamte StraĂe Calle Defensa in einen riesigen, farbenfrohen StraĂen- und AntiquitĂ€tenmarkt, der Einheimische und Touristen gleichermaĂen anzieht. Der Mercado de San Telmo ist eine historische Markthalle aus den 1870er Jahren. Sie bietet eine Mischung aus AntiquitĂ€tenstĂ€nden, frischen Lebensmitteln, CafĂ©s und internationalen Food-StĂ€nden (inklusive völlig ĂŒberteuertem Schweizer Raclette âč).
Auch in der Galeria Solar de French mit zahlreichen bunten Sonnenschirmen als Schattenspender befinden sich viele AntiquitĂ€tengeschĂ€fte zum Teil mit schöner Asiatica und groĂer Auswahl an Elfenbein-Objekten (in Deutschland absolut unverkĂ€uflich).









Das Historische Nationalmuseum (spanisch Museo HistĂłrico Nacional) befindet sich auf dem GelĂ€nde des Parque Lezama. Es ist der Geschichte Argentiniens gewidmet und zeigt AusstellungsstĂŒcke, die mit der Mai-Revolution und dem argentinischen UnabhĂ€ngigkeitskrieg zu tun haben.
Historiker glauben, die Schlucht im östlichen Teil des Parks könnte der Platz gewesen sein, an dem Pedro de Mendoza 1536 zum ersten Mal in Buenos Aires an Land ging.
JosĂ© Gregorio Lezama verschönerte sowohl das Haus (in dem sich heute das Museum befindet) als auch das GrundstĂŒck, pflanzte Reihen von Tipuana- und Jacaranda-BĂ€umen, bevor diese Baumarten fast typisch fĂŒr Buenos Aires wurden. Nach seinem Tod 1894 verkaufte Lezamas Witwe das acht Hektar groĂe GrundstĂŒck an die Stadt mit der Auflage, daraus einen Park zum Gedenken an ihren verstorbenen Ehemann zu machen. Die Villa an der Calle Defensa wurde 1897 in das Historische Nationalmuseum umgewandelt.
Die Umgebung des Parks wurde 1901 durch die Einweihung der Russisch-Orthodoxen Kirche von Buenos Aires und durch den Bau mehrerer GebÀude im Stile des Zweiten Kaiserreichs aufgewertet.








Auf dem RĂŒckweg ins Hotel kamen wir an der Hauptkirche, der Catedral Metropolitana SantĂsima Trinidad de Buenos Aires vorbei. Sie befindet sich im Stadtteil San NicolĂĄs an der Plaza de Mayo.
1880 wurden die sterblichen Ăberreste von General JosĂ© de San MartĂn von Frankreich nach Argentinien gebracht und in einem Mausoleum in der Kirche bestattet.
Die Catedral Metropolitana, der heiligen Dreifaltigkeit geweiht, hatte ihren ersten VorgÀngerbau im 16. Jahrhundert und wurde seitdem mehrmals neu errichtet. Das derzeitige KirchengebÀude ist eine Mischung verschiedener Architekturstile. Das Kirchenschiff und die Kuppel stammen aus dem 18. und die Fassade aus dem 19. Jahrhundert. Der Innenraum beherbergt wertvolle Statuen und einen Altaraufsatz aus dem 18. Jahrhundert.

SantĂsima Trinidad de Buenos Aires


General JosĂ© de San MartĂn


Die nĂ€chste Tour fĂŒhrte uns nach La Recoleta, ein historischer Stadtteil und zum gleichnamigen berĂŒhmten Friedhof in Buenos Aires. Das Viertel gehört zu den elegantesten und teuersten Gegenden der Hauptstadt.
Der Friedhof ist weltweit fĂŒr seine prunkvollen Mausoleen und als RuhestĂ€tte von Eva âEvitaâ PerĂłn bekannt.
Der Name stammt von dem historischen Rekollektenkloster der Franziskaner, das dort Anfang des 18. Jahrhunderts gegrĂŒndet wurde. Nach einer Gelbfieber-Epidemie 1871 zog die wohlhabende Oberschicht dorthin, wodurch das Viertel durch seine französisch geprĂ€gte Architektur zu einem „Paris SĂŒdamerikas“ wurde.
Der Friedhof (Cementerio de la Recoleta) wurde 1822 eröffnet und ist wie eine kleine Stadt mit steinernen StraĂen, Statuen und aufwendigen Gruften angelegt. Dort sind zahlreiche PrĂ€sidenten, GenerĂ€le, Wissenschaftler und Prominente bestattet. Die berĂŒhmteste RuhestĂ€tte ist das Grab der ehemaligen First Lady Eva PerĂłn (in der Gruft der Familie Duarte) und die am meisten besuchte SehenswĂŒrdigkeit des Friedhofs, fĂŒr dessen Besuch man sogar Eintritt bezahlen muss. Wir waren sehr gespannt, wie prunkvoll das Grab aussehen wĂŒrde, aber es war sehr schlicht mitten drin und so unauffĂ€llig, dass wir es fast nicht fanden.
Die meisten Mausoleen hatten Gitter oder GlastĂŒren, damit man beim Reinschauen die prunkvollen Eichen- oder Mahagoni-SĂ€rge mit silbernen oder vergoldeten Griffen und VerschlĂŒssen sehen konnte. Manche Gruften waren sehr gepflegt, oft waren aber auch von den meist auf 3 âStockwerkenâ stehenden SĂ€rge die âRegalbretterâ durchgebrochen und alles lag ziemlich wild im Innenraum (Gott sei Dank waren alle SĂ€rge weiter verschlossen geblieben und nicht halbgeöffnet wie damals auf dem Friedhof in Lissabon).



La Recoleta




















Am nÀchsten Tag, es war der 01. Mai und Feiertag und somit ein verlÀngertes Wochenende, war es in Buenos Aires SEHR VOLL.
Wir wanderten in den Stadtteil Puerto Madero.
Puerto Madero ist der modernste und exklusivste Stadtteil von Buenos Aires, gelegen am Ufer des RĂo de la Plata. Einst ein heruntergekommener Handelshafen, wurde das 2,1 kmÂČ groĂe Viertel in den 1990er Jahren komplett revitalisiert. Heute ist es ein sicheres Zentrum fĂŒr gehobene Gastronomie, Luxusimmobilien und moderne Architektur.
Der Bau des Hafens begann 1887 und dauerte bis 1897. Wegen rascher technischer Entwicklungen wurde er bald durch den Puerto Nuevo ersetzt und verfiel. Die darauffolgende Restaurierung machte ihn zum heutigen Vorzeigeviertel.
Parallel zum Ufer stehen die markanten historischen Backstein-SpeicherhĂ€user (Diques), die heute teure BĂŒros und Lofts beherbergen. Eine der SehenswĂŒrdigkeiten ist die Puente de la Mujer, eine vom Stararchitekten Santiago Calatrava entworfene, bewegliche FuĂgĂ€ngerbrĂŒcke, die sich fĂŒr den Schiffsverkehr drehen lĂ€sst. Im Hafenbecken liegen auch zwei historische Schiffe.
Rund 8.000 Menschen leben in dem Viertel, das auch fĂŒr seine groĂzĂŒgigen GrĂŒnflĂ€chen (das Naturschutzgebiet Reserva EcolĂłgica Costanera Sur) bekannt ist (leider war es gechlossen).
Das Faena Hotel Buenos Aires (ursprĂŒnglich Faena Hotel+Universe) ist ein FĂŒnf-Sterne-Luxushotel im modernen Stadtteil Puerto Madero. Es wurde 2004 vom argentinischen Hotelier Alan Faena eröffnet und ist das erste von Philippe Starck in Lateinamerika gestaltete Hotel. Es befindet sich in einem ehemaligen Getreidespeicher (El Porteño), der 1902 erbaut wurde. Alan Faena und Philippe Starck verwandelten den alten Industrie-Backsteinspeicher in ein avantgardistisches Designhotel.
Direkt am modernen Stadtteil Puerto Madero liegt die Promenade Costanera Sur (offiziell Paseo de la Costanera Sur), eine beliebte Uferpromenade am RĂo de la Plata.
Die Fuente de las Nereidas der argentinischen Bildhauerin Lola Mora, die die Geburt der Venus darstellt, befindet sich auch auf der Promenade.
Einst war die Costanera Sur in den 1920er und 30er Jahren ein mondĂ€ner Badeort fĂŒr die Porteños (so nennen sich die Einwohner/innen von Buenos Aires). Heute ist die Promenade berĂŒhmt fĂŒr ihre StraĂenverkĂ€ufer (bekannt fĂŒr ChoripĂĄn, eine argentinische WurstspezialitĂ€t) und den historischen Blick auf den riesigen RĂo de la Plata.















Nach La Boca waren es ca. 6 km (einfach) zu Laufen, so dass wir beschlossen direkt vom Hotel aus in die Arbeitersiedlung und FuĂball-Hochburg zu wandern.
La Boca ist ein farbenfroher und historisch bedeutender Stadtteil (Barrio). Das Viertel ist weltbekannt fĂŒr seine bunten WellblechhĂ€user, die Tangokultur und das legendĂ€re FuĂballstadion der Boca Juniors. UrsprĂŒnglich war La Boca das Einwanderer-Viertel der Stadt. Im spĂ€ten 19. und frĂŒhen 20. Jahrhundert lieĂen sich hier vor allem Genuesen nieder. Das Viertel liegt direkt an der MĂŒndung des Riachuelo in den RĂo de la Plata, was ihm auf Spanisch seinen Namen gab („La Boca“ = der Mund/die MĂŒndung).
Da die Ă€rmeren Arbeiter sich keine teure Farbe leisten konnten, strichen sie ihre HĂ€user mit den bunten Bootslacken, die im Hafen ĂŒbrigblieben. So entstanden die berĂŒhmten, lebendigen Farbmuster. Zu den Highlights gehört der El Caminito: Eine nur wenige hundert Meter lange StraĂe.
Mitten im Viertel liegt das weltberĂŒhmte Stadion der Boca Juniors (offiziell: Estadio Alberto J. Armando), einem der traditionsreichsten FuĂballvereine des Landes. Ăberall kann man FuĂball-Trikots mit der Nummer 10 von Maradona und Messi kaufen und auf den StraĂen laufen Menschen umher, die denken, dass sie den zwei gröĂten Idolen der Argentinier Ă€hnlich sehen und bieten an, ein Bild mit ihnen zu machen (bestimmt fĂŒr einige Pesos oder besser noch fĂŒr Dollars). NatĂŒrlich kann man auch eine Nachbildung des Weltmeister-Pokals kaufen und selbstverstĂ€ndlich ist der letzte Papst, Franziskus (bĂŒrgerlich: Jorge Mario Bergoglio), der in Buenos Aires geboren wurde, allgegenwĂ€rtig und sei es nur aus Plastik.
























Durch San Telmo wanderten wir wieder zurĂŒck und kamen an der Casa Minima vorbei. Sie ist mit einer Fassadenbreite von nur etwa 2,30 Metern das schmalste Haus in Buenos Aires, wĂ€hrend das GebĂ€ude ca. 13 m in die Tiefe reicht. Die Casa Minima ist ein Relikt aus dem frĂŒhen 19. Jahrhundert.
Dem GebĂ€ude schrĂ€g gegenĂŒber gibt es eine kleine Gedenktafel fĂŒr MarĂa Remedios del Valle (1766â1847). Sie befindet sich auf dem 10.000 Pesos-Schein. Die Zentralbank von Argentinien gab diese Banknote heraus, um ihre wichtige Rolle in der argentinischen Geschichte zu wĂŒrdigen.
MarĂa Remedios del Valle war eine afroargentinische Soldatin und gilt als Nationalheldin Argentiniens. Sie wurde in Buenos Aires als Tochter afrikanischer Vorfahren geboren und wird als âMadre de la Patriaâ (Mutter des Vaterlandes) verehrt. WĂ€hrend des argentinischen UnabhĂ€ngigkeitskrieges kĂ€mpfte sie an der Seite von General Manuel Belgrano (ebenfalls auf dem 10.000 Pesos-Schein). Wegen ihres herausragenden Muts in Schlachten wie TucumĂĄn und Ayohuma wurde sie zur âHauptmannâ (Capitana) befördert. 1813 geriet sie in spanische Gefangenschaft, wurde tagelang ausgepeitscht und gedemĂŒtigt, konnte jedoch fliehen und sich der Armee wieder anschlieĂen. Nach Kriegsende geriet sie in Vergessenheit und lebte bis zu ihrem Tod am 8. November 1847 in bitterer Armut.
Mitten in San Telmo sitzt auf einer Bank die Comic-Figur Mafalda. Sie ist in Argentinien sehr populĂ€r! Mafalda ist ein etwa sechsjĂ€hriges MĂ€dchen die die argentinische Mittelschicht reprĂ€sentiert, sich um die Menschheit und den Weltfrieden sorgt und Probleme mit einer unschuldigen, aber ernsthaften Einstellung angeht. Der Comic erschien von 1964 bis 1973 und war in Lateinamerika, Europa (insbesondere Spanien), QuĂ©bec und Asien sehr beliebt. Auf dem Hinweg war der ganze Platz total leer, aber auf dem RĂŒckweg war eine riesen Schlange vor Mafalda`s Bank, weil sich jeder mit ihr fotografieren lassen wollte (auĂer Chrisi auf dem Hinweg đ).
Eine noch viel lĂ€ngere Schlange hatte sich in der âFloridaâ vor dem âHello Kitty-Ladenâ gebildet. Leider konnten wir nicht rausfinden, was es so Wahnsinniges in diesem Laden zu kaufen gab, dass sich so viele Menschen geduldig anstellten. Vermutlich waren es nicht nur Argentinier, aber sie hatten alle eine endlose Geduld und niemand drĂ€ngelte sich vor.









Auch in den Stadtteil Palermo machten wir uns zu FuĂ auf đ.
Auf dem Weg kamen wir an der Floralis GenĂ©rica vorbei. Sie ist eine beeindruckende, 23 Meter hohe und 18 Tonnen schwere Metallskulptur in Form einer Blume und wurde 2002 vom argentinischen Architekten Eduardo Catalano der Stadt geschenkt. Sie steht im Zentrum der Plaza Naciones Unidas (Platz der Vereinten Nationen) im eleganten Stadtteil Recoleta. Die Blume besteht aus Edelstahl und Aluminium und hat sechs BlĂŒtenblĂ€tter und vier StaubgefĂ€Ăe. UrsprĂŒnglich war sie so konstruiert, dass sich die BlĂŒte bei Sonnenaufgang öffnet und bei Sonnenuntergang wieder schlieĂt. Allerdings ist der automatische SchlieĂ- und Ăffnungsmechanismus aufgrund von Wartungsproblemen leider hĂ€ufig auĂer Betrieb, weshalb die Blume meist dauerhaft geöffnet bleibt. Die Skulptur ist von einem Wasserbecken und weitlĂ€ufigen GrĂŒnflĂ€chen (Parque Thays) umgeben.
Palermo ist der flĂ€chenmĂ€Ăig gröĂte und einer der lebendigsten Stadtteile. Er ist bekannt fĂŒr seine weitlĂ€ufigen Parkanlagen (Bosques de Palermo), trendige ModegeschĂ€fte, eine vielfĂ€ltige Gastronomieszene sowie als das weltweite Zentrum des Polosports. Der Bezirk hat knapp 250.000 Einwohner. Palermo teilt sich inoffiziell in viele verschiedene Mikroviertel auf. Die bekanntesten sind Palermo Soho (bekannt fĂŒr Boutiquen und den zentralen Platz Plaza Serrano) und Palermo Hollywood (ein Hotspot fĂŒr Restaurants und Filmstudios).
Der Japanische Garten (spanisch: JardĂn JaponĂ©s de Buenos Aires) ist einer der gröĂten auĂerhalb Japans. Leider kostete er 24.000 argentinische Pesos (15 âŹ) Eintritt (fĂŒr Argentinier 8.000 argentinische Pesos (5 âŹ)! Das war uns fĂŒr einen kleinen, völlig ĂŒberfĂŒllten Park, dann doch zu viel!
Wir spazierten noch weiter durch Palermo und kamen am „Denkmal der Spanier“ (Monumento de los Españoles) einem 24,5 Meter hohen Monument aus Carrara-Marmor und Bronze vorbei, einer Schenkung der spanischen Gemeinde anlĂ€sslich des 100. Jahrestages der RevoluciĂłn de Mayo von 1810 (die den formellen Beginn der UnabhĂ€ngigkeit Argentiniens von Spanien markierte).








Wie alles Schöne verging auch die Zeit in Buenos Aires viel zu schnell! Die Stadt hatte uns wahnsinnig gut gefallen! Mit Uber fuhren wir (fĂŒr die HĂ€lfte des Taxi-Preises) zum Internationalen Flughafen und somit zum Heimflug nach Deutschland. Der internationale Hauptflughafen von Buenos Aires ist der Aeropuerto Internacional Ministro Pistarini, der weltweit unter dem Namen Flughafen Ezeiza (EZE) bekannt ist. Er liegt etwa 31 Kilometer sĂŒdwestlich der Innenstadt und ist das wichtigste Drehkreuz fĂŒr internationale LangstreckenflĂŒge in Argentinien.
Aufgrund gĂŒnstiger Winde (fĂŒr mich nicht; es wackelte ziemlich!) landenten wir eine Stunde frĂŒher in Frankfurt. Davon hatten wir leider nichts, denn die Maschine nach MĂŒnchen hatte VerspĂ€tung (!) und bis wir mit Bus, S-Bahn und Zug endlich am Ziel ankamen, brauchten wir gefĂŒhlt lĂ€nger, als der Flug von Buenos Aires nach Frankfurt!





Wie es uns in Deutschland erging und die Reise dann weiter geht, folgt in unserem nÀchsten Bericht.
Bis dahin Euch alles Gute von den

