Von Deutschland nach Montevideo und Uruguay
Wir flogen mit Air Europa von München über Madrid (19.00 Uhr bis 21.50 Uhr) nach Montevideo, Uruguay. Gott sei Dank ging das Gepäck durch, denn die zwei Stunden in Madrid hätten für eine Neu-Aufgabe des Gepäcks nicht ausgereicht. Alleine bis zum Terminal A hatten wir (laut Anzeige) 35 Minuten zu laufen (Amerikaner hätten einen Shuttle-Zug gebaut 😊).
Nach weiteren 12 Stunden landeten wir um 7.35 Uhr des nächsten Tages in Montevideo, wo wir eine sehr lange Einreiseschlange, aber eine sehr unkomplizierte Einreise hatten (da waren wir von Amerika ganz was andres gewohnt!).
Montevideo, die Hauptstadt Uruguays, wurde am 24.12.1726 gegründet. Sie liegt auf der einen Seite am Atlantik, auf der anderen Seite am Rio de la Plata (gegenüber von Buenos Aires!) und hatte 2009 1,338 Mio. Einwohner. Sie ist, nach einer Studie, die südamerikanische Stadt mit der höchsten Lebensqualität. Mercer führt Montevideo in Bezug auf diese in ihrer Studie aus dem Jahr 2019 sogar an 78. Stelle weltweit!
Was ich ganz interessant fand: Montevideo liegt ungefähr auf dem gleichen Breitengrad wie Kapstadt (Südafrika) und Sydney (Australien) und im Dezember fängt der Sommer an 😊.
Seit 1917 sind Staat und Kirche strikt getrennt! So wurden alle kirchlichen Feiertage umbenannt. Die Osterwoche (Karwoche / Semana Santa) ist die „Woche des Tourismus“, Weihnachten am 25.12. ist der „Tag der Familie“, der 06.01. (Heilige Drei Könige / Dreikönigstag) ist der „Tag der Kinder“ usw.
Im Hotel Don Boutique mitten in der Altstadt (Ciudad Vieja), gegenüber der historischen Markthalle (Mercado del Puerto, erbaut zwischen 1865 und 1868), hatten wir einen herzlichen Empfang! Wir mussten zwar mehrmals das Zimmer wechseln, weil u. a. der Safe nicht funktionierte, aber dann hatten wir ein schönes, großes Zimmer mit Balkon und Jacuzzi😊.
Nach und nach trudelten noch zwei weitere Paare ein (zwei Tage später noch einmal eins), die wir vom Hamburger Campingplatz bzw. vom Zollhafen Hamburg schon kannten.
Da zwei Paare mit Seabridge, eines mit Wave und wir mit Overlander Shipping unsere Autos verschifft hatten, wurden eifrig Infos untereinander ausgetauscht. Die Grande San Paolo hatte noch den 23.10. als Ankunftszeit in Montevideo. Wir erledigten all die Formalitäten, gingen zum Migrationsamt (für Muddy`s Einreise) und brachten dieses Dokument dann zum Agenten.






Don Boutique




Wir machten einen großen Strandspaziergang bis zur Playa Ramirez und sahen sogar Mönchssittiche, kleine südamerikanische Papageien, friedlich mit Tauben beim Fressen.
Und massenhaft Einheimische mit Mate Tee! Für die traditionelle Zubereitung wird die Yerba-Mate (das zerkleinerte Kraut) in ein spezielles Gefäß gefüllt, das als „Mate“ oder „Kalebasse“ bezeichnet wird. Anschließend wird das Gefäß mit heißem Wasser aufgegossen und der Tee wird durch ein spezielles Röhrchen mit Sieb, der „Bombilla“ getrunken. Das Aufgießen mit heißem Wasser kann mehrmals wiederholt werden, ähnlich wie bei Grüntee. Früher wurde Mate von den indigenen Völkern Südamerikas sogar als Zahlungsmittel genutzt. Er enthält sehr viel Koffein, Vitamine und Mineralstoffe. Vielleicht probieren wir ihn eines Tages auch mal!
Fast jede/jeder hat eine Kalebasse und eine Thermoskanne dabei und es wurden im Laufe der Zeit alle möglichen Behälter entwickelt um die Utensilien stilgerecht mit sich rumzuschleppen. Oder man klemmt sich die Thermoskanne einfach unter den Arm – geht auch! Aber fast niemand ist ohne!






Die Grande San Paolo war mit dem 23.10. als Ankunftszeit zwar längst nicht mehr im Plan, aber dennoch unverändert 😊! So machten wir entspannt eine große Stadtrunde über die Plaza Zabala, die Plaza de la Constitución (auch bekannt als Plaza Matriz) mit der Kathedrale (Iglesia de la Ciudad Vieja, Iglesia Matriz, Catedral Metropolitana de Montevideo = ich werde nie verstehen, warum hier alles mehrere Namen hat ☹) und durch das alte Stadttor (Puerta de la Ciudadela) zur Plaza Independencia mit dem Palacio Salvo












Auf dem Platz (Plaza Independencia) befindet sich das Mausoleum von José Gervasio Artigas, der eine große Karriere vom Gaucho und Viehdieb zum General, Politiker und Nationalhelden hinlegte. Er wurde am 19.06.1764 in Montevideo geboren und war Gouverneur der Provincia Oriental. Er wird auch der „Vater der Unabhängigkeit“ genannt und Standbilder von Artigas stehen nicht nur in Montevideo (und natürlich ganz Uruguay), sondern auch in Santiago de Chile, Minnesota, Newark (New Jersey), New York und Washington D. C.
Der Palacio Salvo wurde von den Textilindustriellen italienischer Herkunft, dem Brüderpaar José und Lorenzo Salvo in Auftrag gegeben. Am 12.10.1928 wurde es eingeweiht. Mit einer Höhe von 105 m war das Gebäude im Stil des Art déco bis 1935 das höchste Bauwerk in Südamerika. Ursprünglich war das Gebäude als luxuriöses Hotel geplant, aber dieser Plan ging nicht auf und seitdem befindet sich eine Mischung aus Büros und Privatwohnungen darin.










Das Teatro Solis ist das wichtigste Theater Uruguays und das zweitgrösste Südamerikas. Es wurde am 25.08.1856 eröffnet und im großen Saal finden 1.500 Personen Platz.




Uns erreichte dann die Nachricht, dass die Hafenarbeiter streiken würden, weshalb es beim Ausladen aller Schiffe zu dramatischen Verspätungen käme und es infolge von Rückstaus nicht klar wäre, wie es überhaupt weiter gehe.
Zwei Tage später kam dann die Entwarnung, dass dieser Streik nicht das Terminal der Grimaldi-Reederei (unter deren Flagge die Grande San Paolo fuhr) betreffen würde! Also, umsonst Sorgen gemacht 😊!
Einige im Hotel machten sich aber Gedanken (und es gab sogar Vermutungen, dass viele nicht schlafen konnten 😉), weil der Agent (bei dem nun alle mit den Papieren waren) erzählte, dass es früher vorkam, dass die Schiffscrew, die furchtbar enge Kojen hatte, in den Wohnmobilen schliefen und auch sonst alles taten, was man in einer Nacht so macht, dies aber nicht auf den entsprechenden Toiletten. Es muss ganz ganz furchtbar ausgesehen haben! Nachdem Grimaldi Kameras zur Überwachung der Wohnmobile einsetzte und anscheinend auch Rolltore heruntergelassen werden, kam es die letzten vier Jahre nicht mehr vor. Aber, so die Lebenseinstellung des Agenten, „man solle immer mit dem Schlimmsten rechnen, dann sei man positiv überrascht, wenn dann doch alles gut ist“ 😊!
Der Palacio Taranco gehört in Montevideo zu meinen Lieblingsgebäuden. Es wurde zwischen 1908 und 1910 im französischen Kolonialstil erbaut und diente ursprünglich den Brüdern Ortiz Taranco als Residenz. Der Palacio war ausschließlich für Wohnzwecke konzipiert. Die Baukosten betrugen für die damalige Zeit enorme 321.000 Pesos (heute: 6.936,81 Euro!).
Chrisi musste immer aufpassen, wenn wir durch die Stadt liefen, dass ich in kein Loch falle oder in nicht so schöne Sachen trete, weil ich immer die Fassaden der alten Häuser anschauen musste.



Mit dem Bus fuhren wir für 61 uruguayische Peso (zur Zeit: 1,32 Euro pro Nase) zum Playa Pocitos (Strand der kleinen Brunnen), für uns (und viele Einheimische) der schönste Strand von Montevideo. An ihm befinden sich auch die großen Buchstaben, die den Stadtnamen wiedergeben, was wir schon von Mexiko kannten und liebten 😊! Von dort wanderten wir dann über 10 km wieder zum Hotel zurück. Unterwegs kamen wir an einem seltsamen Gebäude vorbei, dem Schloss Castillo Pittamiglio. Es ist eine kuriose Sehenswürdigkeit und von Geschichten und Legenden umgeben. Erbaut wurde es vom uruguayischen Architekten Humberto Pittamiglio.





Vor Uruguay wurde das Panzerschiff Admiral Graf Spee am 13.12.1939 im Kampf gegen drei britische Kreuzer beschädigt. Das Schiff lief Montevideo an, um seine volle Seefähigkeit wiederherzustellen. Währenddessen blockierten britische Kriegsschiffe die Mündung des Rio de la Plata. Die Regierung von Uruguay (in Absprache mit den Briten!) bestand auf einer Ausreise des Schiffes innerhalb von 72 Stunden, wodurch eine Reparatur nicht möglich war. Da sich Kommandant Hans Langsdorff -teilweise auch aufgrund von Falschinformationen- in aussichtsloser Lage glaubte und einen Durchbruchversuch als chancenlos betrachtete, ließ er das Schiff am 17.12.1939 von der eigenen Besatzung im Rio de la Plata vor Montevideo versenken (dort liegt es heute noch). Er selbst nahm sich drei Tage später am 20.12.1939 in Buenos Aires durch Erschießen das Leben. Da er so vielen Männern das Leben rettete, bekam er eine Beerdigung mit allen militärischen Ehren.
Wie gesagt: durch diese Aktion überlebten 1000 Besatzungsmitglieder, die sich später in Uruguay und Argentinien niederließen. So soll zum Beispiel die Kleinstadt Villa General Belgrano in der Nähe der argentinischen Stadt Córdoba viele deutsche Spuren zeigen.
Der gehobene Anker der Admiral Graf Spee soll sich in einem gesperrten Bereich des Hafens von Montevideo befinden, der nur Touristen zugänglich ist, welche die Fährverbindung nach Buenos Aires nutzen. Dies war noch nie unser Plan, aber den Anker wollten wir natürlich sehen!
Am Eingangstor zum Zollhafen wurde streng kontrolliert! Gott sei Dank, denn eines (fernen?) Tages sollte ja auch Muddy drinstehen und desto mehr Kontrolle, desto besser 😊. Für die Ausweise zum Betreten wurden sogar an einer Art Pforte Bilder gemacht! Wir probierten alles und das in unserem noch nicht ausgereiften Spanisch 😉. Der Hüter der Gittertüre ließ uns nicht durch. An der Pforte lernten wir Manuel und Alessandra aus Montevideo kennen, die im Hafen einen beruflichen Termin hatten. Sie übten gerne ihr Englisch mit uns und ermunterten uns, die Dame an der Pforte zu fragen. Wir brauchten lange, aber dann genehmigte sie uns zwei Minuten durch die Türe zu gehen um den dahinter liegenden Anker zu fotografieren (was dem Hüter der Gittertüre gar nicht recht war!).
Wieder draußen spazierten wir am Zollhafen entlang und fanden nochmals einen Anker! Oh je! Der sah dem im Internet ein bisschen ähnlicher! Diese Türe wurde von einer Frau in Militäruniform bewacht, die uns zwar nicht eintreten ließ, aber uns ein Foto genehmigte. Vermutlich sind beide Anker nicht der Original-Anker der Admiral Graf Spee, aber es ist eine schöne Geschichte 😉!
Uruguay ist einer der größten Rindfleischexporteure der Welt, wobei China und die USA die wichtigsten Exportziele sind. Gott sei Dank bleibt auch ein Großteil offensichtlich im Land! In der Markthalle gibt es ein Steakhaus am anderen und Dank einer Empfehlung von Belém an der Rezeption unseres Hotels landeten wir im richtigen, dem El Palenque. Es war köstlich und im Gegensatz zu Deutschland bezahlbar! Endlich bekam Chrisi mal genug Fleisch 😊!



Das nächste Schreiben der Grimaldi Reederei versetzte alle in Panik! Aufgrund der Verspätung des Schiffes und des Rückstaus im Hafen, so wurde geschrieben, würde die Grande San Paolo an Montevideo vorbeifahren und als nächsten Hafen Zarate (den Zollhafen von Buenos Aires) anfahren! Insofern käme es zu großen Verspätungen für die Ausladung unserer Fahrzeuge in Montevideo, aber wann das Schiff dort überhaupt einträfe, könne man zum Zeitpunkt noch nicht sagen! Die Stimmung war im Keller ☹. Hotel verlängern? Wie lange verlängern? Horrorgeschichten machten wieder die Runde. Einer kannte einen, dessen Auto in einem Container schon mehrfach an Montevideo vorbeigefahren war und der seit September auf sein Fahrzeug wartete.
Unglaublich: 90 Minuten später kam ein Schreiben von Grimaldi, dass die Grande San Paolo ihren Kurs wieder geändert habe und nun doch Richtung Montevideo unterwegs wäre. Ich glaube, die Mitarbeiter an der Rezeption brauchten in diesen Tagen gute Nerven 😊!
Wir nutzten die Zeit und besichtigten das Gaucho Museum (Museo del Gaucho y la Moneda im Palacio Heber Jackson, einem alten Bankgebäude). Den Begriff „Gaucho“ einzuordnen scheint schwierig. Auf der einen Seite ist er eine Art Cowboy oder auch ein Landarbeiter, in manchen Dialekten auch ein Landstreicher. Jedenfalls waren die ausgestellten Exponate sehr aufwändig gearbeitet und kostbar. Sollten sie jemals einem Gaucho gehört haben, war er auf jeden Fall nicht arm!









Danach besuchten wir noch das Anden 1972 Museum und es war sehr bewegend. Das Museum soll und will die Geschichte und die Erinnerung an den Flugzeugabsturz von 45 Menschen, darunter das uruguayische Rugby-Mannschafts-Team, am 13.10.1972 in den Anden lebendig erhalten.
Nach dem Absturz waren die Überlebenden 72 Tage lang in der extremen Kälte und Isolation auf 4.000 m gefangen. Sie mussten extreme Maßnahmen ergreifen, um zu überleben, denn nach drei Tagen ging das Essen aus. Es bestand sowieso nur aus zwei Flaschen Wein, etwas Keksen und wenig Schokolade, denn die Maschine sollte nur von Montevideo nach Santiago de Chile fliegen.
Am achten Tag hörten die Überlebenden in einem kleinen Radio, dass die Suche eingestellt worden war und sie offiziell für tot erklärt worden waren.
16 Tage nach dem Unfall wurden die Überlebenden im Schlaf von einer Lawine überrascht, wobei die Schneemassen durch den nach hinten offenen Flugzeugrumpf eindrangen und weitere acht Personen aus der Gruppe töteten. Einige Passagiere waren beim Aufprall bereits getötet worden oder mittlerweile ihren Verletzungen erlegen. Eine zweite Lawine in jener Nacht begrub die Maschine dann komplett unter sich. Zwei Tage lang mussten die Überlebenden unterhalb der Oberfläche (also in völliger Dunkelheit) leben, da über ihnen ein heftiger Schneesturm tobte.
Im Museum gibt es ein kleines Notizbuch in dem die Überlebenden Restaurants in Montevideo eintrugen, in die sie nach ihrer Rettung unbedingt gehen wollten! Der Überlebenswillen und die Motivation war unvorstellbar groß! Mit Hilfe der Aluschalen der Sitze bauten sie eine „Schneeschmelz-Anlage“ für Trinkwasser. Sie versuchten sich mit den Vorhängen, den Sitzbezügen und Kleidung aus allen Koffern warm zu halten, was bei diesen Temperaturen unmöglich war!
Wir hatten das Glück, dass uns der Direktor des Museums (ein Däne mit Wurzeln in Uruguay; seinem Großvater gehörte das Haus, in welchem sich das Museum befindet) ansprach und uns kurz darauf im Rahmen einer Führung mit in die Simulations-Kammer nahm.
Echte Bedingungen: -30 bis -40 Grad Celsius, ca. 45 km Windgeschwindigkeit, 72 Tage, zwei bis drei Tage völlige Dunkelheit in der Lawine
Simulator: -10 Grad Celsius, ca. 10 km Windgeschwindigkeit, Dauer: 1 Minute und 13 Sekunden, 1 Sekunde Dunkelheit => ich hätte es nicht überlebt!
16 von 45 Insassen konnten gerettet werden, weil zwei Männer in einem mehrtägigen Gewaltmarsch einen Hirten fanden, der dann Hilfe organisieren konnte.






Zum Sonnenuntergang trafen wir uns unten am Meer und machten Picknick oder auch Brotzeit 😉(ganz aus welcher Region wir stammten). Und dann hieß es, die Grande San Paolo wäre im Hafen gesichtet worden. Tatsächlich! Auch die verschiedenen Vesselfinder.com gaben an, dass das Schiff am 23.10. eingetroffen sei.
Ja, aber, sagte der Agent, es ist Donnerstag! Und bis das Schiff ausgeladen ist und bis ich die Zollpapiere habe, ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass es klappt, dass ihr die Fahrzeuge am Freitag bekommt. Wahrscheinlich wird es Montag, vielleicht sogar Dienstag!
„Tranquillo“ sagte Belém an der Rezeption!





Wir wanderten nochmals durch die Stadt um den Kopf frei zu bekommen. Bis Montag mussten wir das Hotel sowieso bezahlen (hatten wir aus Deutschland so gebucht) und wir hatten auch noch jede Menge privaten Papierkram (Orga für Deutschland) zu erledigen. Was sollten wir tun, wenn es doch am Freitag klappen würde? Oder, würde es so oder so Montag werden?
Am Plaza Independencia, vor dem Palacio Salvo, trafen wir Manuel und Alessandra wieder! Sie arbeiten in dem Gebäude und machten davor Mittagspause. Da die Fahrt und die Aussicht auf den Turm etwas kostete, gab uns Manuel den wirklich guten Tipp, noch 10 Straßen weiter zu laufen, bis ein großes Backsteingebäude käme und dort könne man mit einem an der Außenseite liegenden Glasaufzug in den 22. Stock fahren und hätte die beste Aussicht über Montevideo und das kostenlos (Danke Manuel, das war ein super Vorschlag!).
Oben trafen wir noch zwei uruguayische Schulklassen mit ihrer Englischlehrerin. Bald waren wir umringt, denn offenbar sollte der Ausflug dazu dienen, englischsprachige Menschen anzusprechen und die Kenntnisse anzuwenden. Groß war das Erstaunen, dass diese zwei Gestalten tatsächlich deutsch sprachen, was nicht so schlimm war, denn die meisten Schüler kamen (sicher vor Aufregung) nicht über ein schlichtes „Hello“ hinaus 😊.




22. Stock






Auch am Freitagmorgen (nach all den Sonnentagen schüttete es aus Eimern) wusste der Agent noch nicht, ob es klappen würde. Die Optimisten saßen auf ihren gepackten Koffern. Der Agent wollte sich um 12.00 Uhr melden. Wir entschlossen uns um 11.00 Uhr -egal wie die Entscheidung ausfallen würde- noch im Hotel zu bleiben und das schnelle WLAN zu nutzen.
Dann kam die Nachricht: es klappte mit der Abholung! Wir verabschiedeten uns herzlich voneinander mit dem allseits beliebten „see you on the road“ und verteilten uns in alle Richtungen (zumindest am nächsten Tag, denn es wurde schon dunkel, als die letzten Fahrzeuge auf der Straße gesichtet wurden und wie wir hörten noch alle am Leuchtturm übernachteten).

Nach zwei Tagen Regen und viel Papierkram machten wir am Sonntag zuerst wieder die Busfahrt und dann eine Abschiedswanderung zum Playa Pocitos. Dort war eine Wohltätigkeitsveranstaltung, bei der man mit einer Spende zu einem Schälchen irgendwas kam, das nicht sehr appetitlich aussah, aber zumindest gut roch.
Bei der Busfahrt kamen wir auch am Obelisco a los Constituyentes de 1830 vorbei, der am 25.08.1938 eingeweiht wurde. Er ist ein 40 m hohes Denkmal und erinnert an die 1830 in Kraft getretene erste Verfassung des Staates Uruguay.
Am Playa Pocitos befindet sich auch das Hardrock Cafe und auf dem Heimweg sahen wir noch eine bunte Tanzgruppe, vermutlich für den Karneval übend.







Karneval geübt 😉
Eigentlich waren wir am Montag um 13.00 Uhr mit dem Agenten in dessen Büro verabredet, aber um 11.15 Uhr erreichte uns die Nachricht, ob wir bereits um 12.00 Uhr dort sein können, weil wieder irgendjemand im Hafen (der Zoll?) streiken würde und wir deshalb VOR 13.00 Uhr dort sein müssten. Wir verabschiedeten uns herzlich von Gabriel, der uns jeden Morgen in bester Laune Frühstück an den Tisch brachte und von Belèm Maria an der Rezeption, die auf alle Fragen eine Antwort hatte. Von Gabriel bekamen wir zum Abschied ganz unerwartet noch eine gute Flasche Rotwein und zwei Packungen edle Kekse geschenkt. Wir waren ganz gerührt! (Anmerkung Chris: muchas gracias mi nuevo amigo Gabriel!)
Wir (eine Gruppe von ca. 6 Paaren) und die zwei Agenten (Eduardo und Guillermo) machten uns zu Fuß auf in den Zollhafen, wo wir tatsächlich um 12.45 Uhr waren! Da, wie auch in Hamburg nur einer in den Zollhafen darf, wartete ich geduldig (nicht meine Stärke) mit dem Gepäck im Abfertigungsgebäude der Fähre nach Buenos Aires. Chrisi fuhr mit den anderen Muddy abholen. Er war ziemlich eingeparkt und bei allen Fahrzeugen steckten die Schlüssel und die Türen waren auf! Um 16.20 Uhr waren wir erst mit allen Formalitäten fertig! So fuhren auch wir nur noch bis zum Leuchtturm mitten in Montevideo an der Uferpromenade und packten erstmal alles bis spät in der Nacht wieder an Ort und Stelle.
Vorher fuhren wir zum Tanken, weil Muddys Tank für die Verschiffung zu 80 % leer sein musste. Der Tankwart hatte offensichtlich so viel Mitleid mit uns, dass er uns zwei Packungen Waffeln mit Erdbeerfüllung schenkte 😊
Zuerst dachten wir, es würde nichts fehlen. Chrisi stellte fest, dass die Treppe hoch zu Muddy nicht mehr richtig verschlossen war und dass jemand Muddy einen Besuch abgestattet hatte. An allen Schränken mit zwei Pushlooks war einer auf. An den Schränken befanden sich schwarze Fingerabdrücke. Als wir die Batterie wieder anschlossen, ging die Heizung an! Sämtliche anderen Knöpfe für Steckdosen etc. waren gedrückt! Was für ein Glück, dass wir die Batterie abgeklemmt hatten! Später stellten wir noch fest, dass ein Kaffeelöffel, eine teures Klappmesser, eine Gabel, ein Suppenteller und von den 4 Messern (die alle benutzt waren!) ebenfalls eins fehlte. Auch von meiner Unterwäsche fehlte etwas! Das war eine sehr exotische Auswahl! Zwar sehr ärgerlich, aber es soll Fahrzeuge geben, wo alles gestohlen wurde. Keine Ahnung, ob es schon in Hamburg oder erst in Montevideo passiert ist. Aber es ist kein schönes Gefühl, wenn man weiß, jemand wühlt in seinen ganz persönlichen Sachen rum! Hoffentlich sind es die einzigen Dinge, die fehlen. Die Türen und Kästen werden zwar alle „versiegelt“, aber die Siegel kann man problemlos brechen und den oberen Streifen wieder drüber kleben. Chrisi verbrachte einen Vormittag damit in mühseliger Kleinarbeit die Siegel zu entfernen (der Tipp „Nagellackentferner“ ist eine Katastrophe und greift den Lack an). Eine Tube Schmierfett machte einen besseren Job.

auf den Hafen


wieder einsatzbereit 😉


Jacuzzi testen 😉



und Chris


wir ihn wieder 🙂

am Leuchtturm

Wir starteten die Uruguay Tour mit dem östlichen Teil (grob gesagt Richtung Brasilien). Zuerst fuhren wir auf der Küstenstraße durch Montevideo durch, was extrem eng war auf den schmalen Straßen, aber die Uruguayer sind entspannte und keine aggressiven Autofahrer. Irgendwann kam eine Mautstelle und wir steckten fest! Es war nämlich niemand in der Kabine, sondern das ganze funktioniert mit einem Chip auf der Windschutzscheibe. Eine freundliche Polizistin ließ uns durch die Schranke fahren und ich musste dann in einem Wellblech-Container mit der Google-Übersetzung im Handy (eine lange Schlange hinter mir) eine passende Karte kaufen. Aber, wie gesagt: entspannte Menschen!
Bei einem großen Supermarkt gabs noch eine Kühlschrankfüllung (viel teurer, als in Deutschland!) und nach insgesamt 72 km erreichten wir den Campingplatz „Paraiso Suizo“ von Silvia, einer sehr netten Schweizerin. Auch dort begegneten uns zuerst zwei und dann noch ein weiteres Paar vom Campingplatz und dem Zollhafen in Hamburg 😊.
Wir brauchten erst mal Wasser für die Tanks und dann suchten wir uns auf dem weitläufigen Gelände ein schönes Plätzchen. Eigentlich wollten wir eine bis zwei Übernachtungen bleiben, denn wir mussten noch ein paar Sachen an Muddy arbeiten und Wäsche waschen, aber die zweite Tasse Kaffee trinken wir immer draußen und es kam ständig jemand zum Quatschen vorbei und auch der Strand war wunderschön! So verlängerten wir um noch zwei weitere Tage, weil wir nicht fertig wurden 😊!












Aber Morgen würden wir dann auf jeden Fall weiterfahren!
Wie unsere Reise weiter geht, folgt in unserem November-Bericht.
Bis dahin Euch alles Gute von den


Super Webseite. So informativ und spannend berichtet. Wir können es bezeugen, denn wir waren dabei! Habt vielen Dank.