Von Miramar, Argentinien nach Colonia del Sacramento, Uruguay
Wir waren ganz alleine auf dem Campingplatz! Um dem Morast zu entgehen hatten alle fluchtartig den Platz verlassen, inklusive des Besitzers. Entweder er hatte vergessen, dass er noch Gäste hatte oder es war ein technischer Defekt, auf jeden Fall hatten wir keinen Strom mehr ☹.
Da ich so oft über den Standard der Waschhäuser berichte, haben wir vom hiesigen ein paar Fotos gemacht.
Leider stellte sich nach einem informativen, langen Schriftverkehr per WhatsApp mit der Firma Fenske heraus, dass dort niemand englisch oder deutsch sprach (diese Info hatten wir ursprünglich). Unsere Vorstellungen und Fragen auf Spanisch rüber zu bringen, waren aber nicht machbar. Schade!
Nach vier Tagen Regenwetter und schlammiger Überschwemmung um uns rum (aber auch eines hochgeladenen März-Berichts 😊), pflügten wir vom Campingplatz und endlich raus aus Miramar. Auf einer entsetzlich schlechten Straße und einmal böse verfahren (völlig falsche Richtung!) gings übers Land. Wiesen waren überschwemmt und sahen aus wie Seen und alle Zufahrten zu Häusern, Dörfern oder Farmen waren, da nie geteert, grässlich zugerichtete Schlammlöcher.
In Sarmiento fanden wir endlich einen Supermarkt fragten auf der Hauptstraße vor einem Laden nach, ob wir da parken könnten, holten unsere zwei Rucksäcke und gingen los. Zuvor hatten wir auf der Suche nach einem Supermarkt den kompletten Plaza aufgemischt. Da kam schon das halbe Sarmiento zu uns geeilt um Bilder zu machen. Als wir mit den vollen Rucksäcken zu Muddy zurückkamen, standen schon jede Menge Leute neben ihm. Wir mussten zig Mal unsere Geschichte erzählen, alle wollten Fotos mit uns und Muddy und nachdem uns dann das (andere) halbe Sarmiento adoptiert hatte, wurde uns noch feierlich eine argentinische Flagge geschenkt (und natürlich) nochmals ein Foto gemacht 😊.
Zum Schluss bekamen wir die beste Salami Argentiniens von Cristian (nach eigener Aussage) aus dem zweiten Supermarkt geschenkt und das Angebot jederzeit sein Badezimmer/WC benutzen zu dürfen. Vier Mädchen, denen ich Muddy`s Innenraum gezeigt hatte, warfen mir ständig Herzchen zu 😊. Wir waren wirklich sehr gerührt!
Obwohl es schon dämmerte, fuhren wir weiter. In Felicia fragte ich in einem kleinen Fitness-Studio, ob wir gegenüber auf dem Kies-/Schlammplatz wohl schlafen dürften. Es stellte sich heraus, dass die junge Frau und Eigentümerin Deutsche aus der Nähe von Kaiserslautern war und vor sieben Jahren der Liebe wegen in Argentinien blieb 😉. Weil der Platz aber nachts so dunkel wäre, schickte sie uns (nach telefonischer Rücksprache mit ihrem Freund) 600 m weiter auf einen Platz für LKW-Fahrer, der beleuchtet war. Allerdings hatte Chrisi mittlerweile eine YPF-Tankstelle mitten im Städtchen gefunden, wo wir ebenfalls gegenüber unter einer Straßenlaterne schlafen durften. Das sichere Patagonien war weit weg und wir offensichtlich relativ nah am gefährlichen Santa Fe. Nur so konnten wir uns das alles erklären.
Viel später erreichte uns eine WhatsApp von Tini, dass ihre Nachbarschaft nach uns fragen würde und wo der braune LKW in ihrem Garten denn nun wäre. Ein Nachbar habe sogar behauptet, dass er uns im Fernsehen gesehen habe (leider fehlt bei Word der Smiley, der Tränen lacht 😊)!

auf dem Campingplatz






Nach einer ruhigen Nacht fuhren wir weiter Richtung Santa Fe. Zwei Blocks weiter sahen wir das Schild einer Schreinerei und fragten nach Sägemehl / Sägespänen für unsere Trockentoilette. Wir bekamen einen großen Sack sogar geschenkt 😊. Nach einer längeren Fahrt übers Land waren wir bald auf der Ruta 19. Eigentlich wollten wir genauso an Santa Fe vorbeifahren, wie auf dem Hinweg. Aber sowohl das Navi, als auch Google Maps wollten uns mittendurch schicken. Also gut! Trotz 520.000 Einwohnern gaben wir nach und Chrisi fuhr durch Santa Fe, ganz hervorragend – wie ich finde! Dann kam der 2,4 km lange Tunnel unter dem Fluss durch, der uns damals eine unruhige Nacht bereitet hatte. Dieses Mal war es völlig harmlos!
Paraná hatten wir etwas kleiner abgespeichert und uns, schlecht vorbereitet, auch „vergurkt“, waren aber bald wieder auf Kurs. Mittlerweile kam vom Elektro-Coach aus Deutschland die Info, dass er in einem alten Messekoffer noch unser Display für die Wasserstände gefunden habe und es für uns ausbauen würde, da es unseres nicht mehr gäbe. Welch Glück! Wir fuhren noch bis Viale zum Tanken an der YPF-Tankstelle, aber mit einer privaten Besitzerin, die Englisch konnte. Auch sie liebte das Reisen und erzählte uns, dass sie in vier Wochen nach China fliegen würde. Zum Abschied schenkte sie uns noch einen Kaffee 😊.
Da wir am Sportplatz einen sehr schönen Übernachtungsplatz fanden, blieben wir in Viale und machten „Reste essen“ für die in 215 km kommende Grenze in Concordia von Argentinien zurück nach Uruguay. Wir setzten uns zum Sonnenuntergang raus (sehr zur Freude von einigen Hunden wegen der Streicheleinheiten) und stellten fest, dass viele Menschen in Viale europäisch aussahen. Nach der Info eines Mannes in der Stadt gab es auch eine große deutsche Gemeinde (=Wolga-Deutsche) in Viale.
Morgens gabs Rühreier (Reste essen 😉) und zwar draußen mit dem Benzinkocher … wenn wir dazu gekommen wären. Zuerst kam ein Mann (88 Jahre alt) mit seinem Sohn vorbei. Der Sohn erzählte, dass er uns morgens im Fernsehen, im Lokalsender02, gesehen habe und sein Vater könnte noch deutsch. Wie sich herausstellte war der Vater des älteren Mannes mit 20 (aus der Nähe von Danzig (!) damals nach Argentinien gekommen, er selbst wurde allerdings in Argentinien geboren, hatte Deutsch in der Schule und die Familie sprach deutsch miteinander. Zehn Kinder wären sie gewesen. Wir unterhielten uns ganz nett. Dann kam ein Handwerker, der unbedingt ein Bild von sich hinter dem Lenkrad wollte und auch seine Eltern waren deutschstämmig. „Grasmann“ war sein Name! Dann (wir waren zwischenzeitlich schon beim Frühstück) kam noch ein älterer Herr mit deutschen Wurzeln und interessanter Lebensgeschichte vorbei. Eine junge Mutter schob ihre Kinder vorbei, lächelte und flüsterte ihnen zu „les alemanes“ 😊!






Wir kamen sehr spät weg, zumal wir auch noch entdeckten, dass unsere geliebte Ente, die sich vorne unter dem Kühler befand, nicht mehr da war! Unser Glücksbringer war weg! Welch schlechtes Omen! Hatten wir sie auf einer der vielen Rüttelpisten verloren? Dass sie nachts jemand mitgenommen hatte, wollten wir nicht glauben. Wir waren sehr traurig, da sie uns seit Greenbay, Wisconsin, USA als Geschenk eines Unbekannten nach der Besichtigung des Lambeau Stadions begleitete. Sie stand auf der Stufe ins Fahrerhaus und das an meinem Geburtstag.
Die Route nach Concordia (Grenzort zu Salto, Uruguay) waren wir schon mal gefahren, aber viel kam uns nicht bekannt vor, außer dass sie immer noch langweilig war (gähnender Smiley!). In Concordia Norte waren wieder die süßen Wasserschweine. Der erste Campingplatz war schon geschlossen, aber wir hätten die Gebühr bei den Thermen (Straße wieder zurück) bezahlen können und anschließend nochmals kommen, so der zahnlose Mann am Tor.
Der Platz von IOverlander war laut „Bademeister“ nicht sicher, aber wenn wir uns unter eine Lampe stellen würden und er die Polizei informieren würde, dass sie bei uns nachts öfters eine Runde drehen sollten, dann würde es eventuell/vielleicht gehen. Also dann wäre es mehr oder weniger sicher. Die WC`s wären aufgrund Vandalismus aber geschlossen. Hm, das versprach eher keine ruhige Nacht zu werden.
So entschieden wir, da wir unbedingt wieder Wasser holen mussten, uns auf den Campingplatz Las Palmeras am Rio Uruguay und Lago Grande Salto zu stellen. Ein wunderschöner Platz! Allerdings fühlten wir uns bald doch sehr merkwürdig, da ein paar Meter von uns entfernt unten am Wasser ein Polizeiauto mit vier bis an die Zähne bewaffneten Polizisten mit richtig dicken schusssicheren Westen parkten und zwei davon die Lage am Ufer checkten.
Ich musste sowieso noch in den kleinen Verkaufsladen des Campingplatzes und Brot kaufen (na, das was sich hier so „Brot“ nennt, halt). Und da erfuhr ich von einer politischen (?) Veranstaltung. Fünf Polizeiautos standen schon da, einige Männer in militärischer Ausgehuniform und andere in schwarzen Anzügen mit weißen Hemden (wie in schlechten Filmen 😊) und dann kam noch ein großer Autokonvoi. Seltsam! Vielleicht wäre der andere Stellplatz doch sicherer gewesen 😉!
Wir hatten eine ruhige Nacht und am nächsten Morgen war herrlichstes Wetter, so dass wir um eine weitere Nacht verlängerten. Wasser brauchten wir auch, welches es nur zentral am Waschhaus gab und immer mit reichlich Aufwand für uns verbunden war. Außerdem gab es offensichtlich 24 Stunden die Möglichkeit heiß zu duschen 😊! Wir machten noch einen Spaziergang und abends panierte Hühnerbrüstchen in der Pfanne aus unserem Tiefkühlfach.






Am nächsten Morgen gingen wir über die Grenze von Argentinien nach Uruguay. Völlig problemlos und sehr freundlich von beiden Seiten!
Adios Argentina!
Bienvenido Uruguay!
Der absolute Vorteil von Uruguay ist, dass Fahrzeuge dort 365 Tage bleiben dürfen. Personen dagegen in jedem südamerikanischen Land nur 90 Tage und Fahrzeuge auch. Denn, wie die meisten Traveller planten auch wir, Muddy über den südamerikanischen Winter in Uruguay einzulagern und den deutschen Sommer zu genießen, Arztbesuche zu machen, Organisatorisches zu erledigen etc.
Auf der Fahrt sagte ich zu Chrisi ständig „oh, weißt Du noch?! Hier war auf der Hinfahrt dies und das“. Allerdings hatten wir Uruguay irgendwie reicher und zum Teil was Gebäude und Straßen betraf nicht so morbid in Erinnerung! Was es immer noch war: Sauteuer! In Dayman bei den Thermen war es noch viel zu früh zum Übernachten (waren wir bei der Hinfahrt). So kauften wir nur das Nötigste im „Abstellraum-großen“ Supermarkt und freuten uns, dass der Geldautomat im Visitor Center endlich mal funktionierte.
Wir kamen dann weiter als gedacht und fanden bei der ANKAP Tankstelle in La Constancia (Ruta 3) bei den Truckern hinter dem Gebäude einen kostenlosen Schlafplatz. In der Tankstelle kauften wir warme Empanadas con carne, aber verwunderlicherweise waren die Mitarbeiterinnen im Shop sehr unfreundlich. So etwas hatten wir die letzten Monate in Südamerika NIE erlebt!




wieder in Uruguay
Nach einer guten Nacht verließen wir den Truckerparkplatz um nur 104 km weiter in Nuevo Berlin unser Lager aufzuschlagen. Nuevo Berlin wurde 1875 von den Brüdern Richard und Karl Wendelstadt als „Berlin“ gegründet. Damals gehörte ihnen das Landgut Nueva Mehlem am Rio Uruguay. 2022 hatte der Ort 2.604 Einwohner.
Der eifrige Leser (natürlich männlich und weiblich) erinnert sich vielleicht? Es handelt sich um einen kostenlosen Platz zum Grillen und auch zum Schlafen. Mit ganz einfachen, aber sauberen Toiletten und simplen Duschen (nur ein Schlauch aus der Wand). Sonntags ist dort immer ganz Nuevo Berlin vertreten. Auch unsere zwei Hunde waren wieder da und sogar noch drei mehr! Wir streichelten und spielten mit ihnen den halben Tag. Einige Einheimische kamen auch auf einen Plausch vorbei und ein junger deutscher Radfahrer aus München, der zwei Monate in Uruguay unterwegs war.








Wir blieben noch eine weitere Nacht und bei der Abfahrt am Vormittag stellte sich „Grande“ der größte Hund von allen in unsere Fahrspur. Nicht mal hupen konnte ihn vertreiben (nachdem er sich beim Motor starten schon vor den Hinterreifen gelegt hatte). „Perro Loco“ und „Grande“ begleiteten uns bis zur Kurve am Ende des Platzes. Ein schwerer Abschied!
In Dolores an einer ANKAP Tankstelle hatten wir gutes Internet und setzten unseren Plan „Rückreise“ um. Wir fuhren weiter Richtung Colonia del Sacramento um dort in der Nähe bei Susanne und Ruedi Muddy einzulagern und vorher noch einige Dinge zu reparieren (Heizung, dringend abschmieren, Motorradplane nähen etc.).
Von dort (so Plan und Buchung) wollten wir mit der Fähre (1 Stunde und 15 Minuten) über den Rio de la Plata nach Buenos Aires fahren, dort eine Woche im Hotel verbringen (endlich Urlaub machen 😊) und von Buenos Aires über Frankfurt nach München fliegen, weil es tatsächlich günstiger war, als nur der Flug bis Frankfurt.
Buenos Aires hielten wir für einen krönenden Abschluss von Teil 1 unserer Südamerika-Reise!
Aber noch fuhren wir auf der Ruta 21 den Rio Uruguay entlang und zwar bis nach Puerto Ingles, -2,81 m unter dem Meeresspiegel 😊. Wir fuhren durch Conchillas und beschlossen, es unbedingt zu besichtigen.
Gegründet wurde es 1887 vom britischen Unternehmen Walker & Co. als Siedlung für seine vorwiegend britischen Arbeiter, die vor allem in den Steinbrüchen hochwertigen Granit für den Hafenbau in Buenos Aires abbauten.
Das Unternehmen benötigte riesige Mengen an Stein, Sand und Kalk für den Bau des neuen Hafens von Buenos Aires. Da sich geeignete Materialien auf der argentinischen Seite nicht in direkter Nähe befanden, wurden sie in der uruguayischen Region Colonia, dem heutigen Conchillas gefördert. Dies wiederum erforderte den Bau einer Flotte von Trichterkähnen, um den Stein zu transportieren, die von einer Walker-Werft gebaut wurden, die in Sudbrook, Wales ansässig war.
In Puerto Ingles am Ufer des Rio de la Plata fanden wir einen sehr schönen Schlafplatz. Wir mussten vorher nur noch bei der Präfektur vorbeifahren und um Erlaubnis fragen. Die gab uns der bewaffnete Mann in Soldatenuniform gerne und meinte noch, er wäre (falls etwas wäre) 24 Stunden erreichbar (sehr beruhigend 😊). Als eines von vielen „Reste zu essen“ gab es Würstchen (noch aus Nueva Braunau, Chile!!) mit Käse überbacken (war lecker, aber so fett, dass man echt Bauchschmerzen bekam).






Von Puerto Ingles bis Conchillas waren es 6,5 km (einfach!) Wir dachten, Bewegung ist gesund und Muddy anwerfen nicht und so wanderten wir (auf der Straße) bis in den Ort. Leider war von der Gründungszeit nicht mehr so viel übrig.
Conchillas wurde als typische englische Arbeitersiedlung (company town) im viktorianischen Stil errichtet. Die Firma baute Wohnungen für die Arbeiter, einen kleinen Hafen, Eisenbahnschienen, Friedhöfe und eine anglikanische Kirche.
John Evans war Schiffskoch auf einem der Schiffe der Walker Reederei. Als das Schiff im Rio de la Plata unterging, eröffnete er am Ufer eine Kantine (Casa Evans) und versorgte die Arbeiter mit Essen.
Das historische Hotel Conchillas wurde vom Engländer Henry Pepperall entworfen und 1911 eröffnet. Es ist bekannt für seine klassische Architektur aus der englischen Ära der Region.
Conchillas hatte 2011 genau 401 Einwohner und 2026 gefühlt 200 Kampfhunde. Aber alle ganz lieb und verschmust.
Auf dem Rückweg fand Chrisi eine „E-Gitarre“ (die sogar Töne von sich gab) und war sehr glücklich 😊. Allerdings ließen wir sie am Fundort zurück, falls sie jemand vermisste (Chrisi war sehr unglücklich). Bis wir wieder bei Muddy waren, waren wir ca. 16 km gewandert (teils im Nieselregen ☹) und froh, dass wir nicht auch noch den Hafen und den Friedhof angeschaut hatten.


















Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass vom alten Hafen auch nicht mehr viel übrig geblieben war. Mit Muddy machten wir uns auf zum englischen, alten Friedhof und auf ihm waren dann sogar mehr deutsche Inschriften auf den Grabsteinen, als in Punta Arenas, Chile. Erstaunlicherweise wurden diese deutschen Einwanderer oft über 85 Jahre alt. Der Friedhof wurde damals (1887) extra für die vielfältige internationale Belegschaft der Walker & Co. angelegt, da diese Einwanderer auf den katholischen Friedhöfen jener Zeit oft nicht bestattet werden durften.






Wir fuhren weiter zur Posada von Susanne und Ruedi in der Nähe von Colonia del Sacramento und hatten dort einen sehr herzlichen Empfang!
Wir schrieben eine große „to-do-Liste“ für die nächste Woche und wollten das Motorrad auf jeden Fall auch noch runterholen. Es stand schon monatelang auf der Plattform. Hoffentlich sprang das Pony überhaupt noch an.
Außerdem wollten wir eine Wanderung zum ca. 2 km entfernten Strand machen. Aber wir kamen so schön ins Gespräch mit unseren weitgereisten Nachbarn, Nicole und Roland aus Ludwigsburg 😊, dass wir tatsächlich den ganzen Tag verquatschten.
Am Folgetag machten wir das Pony runter! Es hatte wirklich sehr gelitten! Wir putzten es liebevoll und trieben es nach Colonia zum Einkaufen (damit wir noch mehr Reste zum Essen hatten 😉). Es war Sonntag und schon wieder ein Feiertag, so dass die Stadt brechend voll war. Schnell weg!
Zurück auf der Posada waren zwischenzeitlich Sylvia und Matthias eingetroffen, ebenfalls Langzeit-Reisende, die bei Susanne und Ruedi Haus-Sitting machten, da diese in die Schweiz fliegen wollten. Beim Reste Essen von Susanne 😊 (sehr lecker!) in ihrem schönen Restaurant verbrachten wir Alle einen lustigen Abend! Susanne erzählte ihre Auswanderungsgeschichte, die 2018 im Schweizer Fernsehen gezeigt wurde.






Einen weiteren Tag später wurde Muddy von Chrisi abgeschmiert, was SEHR notwendig war. Dann stürzte er sich auf den Ausbau der Dieselpumpe, denn darin sollte sich ein Sieb/Gitter befinden, das so verschmutzt sein könnte, dass kein Diesel mehr in die Heizung fließen konnte (hatten wir gehört!).
Auf der Suche nach dem Sieb im Innern der Pumpe verloren wir den Klemm-Ring! Und obwohl alle Sechs (Susanne und Ruedi hatten sich in die Schweiz verabschiedet) jeden Quadratmillimeter Rasenboden (ja sogar auf den Bäumen und im Müllbeutel) absuchten, wurde er nicht gefunden. Und da mir am Anfang auch noch die Dieselpumpe auf den Kopf fiel, was sehr weh tat und eine Beule verursachte, bekam ich von Nicole zwei extrakalte Kühlpads 😊. Um den Tag abzurunden, fing es dann auch noch an zu regnen ☹ (wie sich später herausstellte, verfügte diese Dieselpumpe nicht über das besagte Sieb. Alle Versuche, die Heizung wieder zum Laufen zu bringen, waren erfolglos).
Beim Abschmieren hatte Chrisi festgestellt, dass eine Auspuff-Halterung gebrochen war (ja, genau die, die wir auf der Baja California, Mexiko in San Felipe hatten schweißen lassen). Über WhatsApp empfahl uns Susanne Juan. Wir sollten ihn fragen, ob er schweißen könne. Er konnte und kam vorbei. Da Juan eine Ehefrau aus der Schweiz hat, war sein Spanisch gespickt mit Schweizer Wörtern sehr lustig!
Jeden Abend trafen wir uns mit Sylvia und Matthias sowie mit Nicole und Roland zum Sundowner 😊 und hatten sehr interessante Gespräche. Zusammen kochen brachten wir leider nicht mehr hin. Jeder werkelte tagsüber an seinem Fahrzeug. Es waren anstrengende Tage: Filter ausbauen und reinigen, Wasser ablassen und Tanks reinigen, Kühlschrank abtauen und putzen, Motorradplane nähen (Chrisi war ein Meister der Nadel. Wir überlegten schon, dass wir in Deutschland gar keine neue Plane kaufen mussten 😉), Wäsche waschen, Mückengitter reparieren, Ablaufgitter Trenntoilette säubern, Motorrad wieder drauf machen, Innenbatterie laden, Rucksäcke packen und ganz wichtig: noch Haare schneiden!











morgentlichen Besuch

der Kleine 😉

Wir lagerten als Erste ein. Dann kam der herzliche (und schwere) Abschied von unserer WG und dann fand Chrisi, wo vorher der rechte Hinterreifen von Muddy stand, noch unseren Klemm-Ring, obwohl wir Alle jeden Stollen des Reifens abgesucht hatten.
Matthias fuhr uns nach Colonia bis zum Hotel, wo wir am nächsten Morgen schon früh zur Fähre nach Buenos Aires los spazierten.




Wie es uns in Buenos Aires erging und die Reise weiter geht, folgt in unserem Mai-Bericht.
Bis dahin Euch alles Gute von den

